Weizengras! Macht Spaß!

Am Markt ist leider noch nicht soviel los…

Dafür könnte man jetzt Weizengras für’s Osternesterl anbauen. Weizen aus dem Biogeschäft oder vom dm in lauwarmen Wasser einweichen über Nacht, und dann wie Kresse auf ein Tablett mit Küchenrolle geben. Das Ganze dann immer schön wässern und abgiessen, Folie drüber ist auch recht hilfreich. Am dritten Tag sollte das ganze „anwurzeln“, d.h. es ist nimmer ganz so ärgerlich mit der Bewässerung. Ich habe es tagsüber in die Sonne auf meiner Terrasse gestellt, dabei ist es einen Zentimeter in die Höhe geschossen! Man kann dem Gras also förmlich beim Wachsen zuschauen. Oder man kann die Zeit nutzen um eine Rhabarber-Curd herzustellen. Dazu braucht man Dotter, Butter, Rhabarber, Zucker, Zitronensaft.

Rhabarber in kleine Stücke schneiden – nicht schälen, mit 2 EL Zucker vermengen. Eine Stunde Saft ziehen lassen. Das Ganze aufkochen und dann durch ein Sieb passieren. Eine Lemoncurdbasis herstellen, den Rhabarbersaft mit etwas Zitronensaft einrühren, dann die kalte Butter unnd das Ganze in saubere Glasln noch heiß einfüllen. Als netten Farbkontrast und auch um dem Ganzen einen geschmacklichen Kick zu geben hab ich das übrige Rhabarberpürre als Nocke auch dazugegeben. Wie lang ist es haltbar? Ca. 2 Tage. Es ist nämlich köstlich. Die Farbe ist leider nicht so schön, weil die Eibasis nur einen ganz zarten Roséschimmer bekommt, kaum zu erahnen.

Nach Ostern kann man das Weizengras übrigens entsaften und in superüberdrüber gesunde Smoothies reinrühren, oder als Weizengras-Shot trinken. Fancy und gesund, was will man mehr!

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider

Nein, die sind natürlich nicht grün, obwohl ein grünes Kleid schon was hätte. Fastenzeit it is, und ich bin da natürlich auch mit meinem Blog jetzt dabei. Nach einer einminütigen Recherche im Internet bin ich auch voll informiert über das Fasten. Gut, der Start wäre eigentlich schon gewesen und ich denke Bier ist zB auch DAS Fastengetränk schlechthin. Fasten bedeutete bisher für mich, einen grünen Smoothie Algen Weizengrasmix in ein Glas zu schütten und Wasser draufzukippen. Naja, es schmeckt halt als würde man ein Boot ablecken, aber die Farbe ist schön. Frühlingsfarben sind allgemein schön und gestern habe ich den ersten Rhabarber entdeckt. Wenn der dann auch etwas mehr in Aktion ist und ich geeignete Flaschen habe, dann werde ich Sirup herstellen, Likör und Gelee. Geleezuckerl wären auch gut, eigentlich, mhm. Sehr fastend klingt das jetzt nicht, aber wer will das schon. Ich verwechsle in Anbetracht der Kräuter-, Gemüse-, Obst- und Blumenfülle wohl Feast und Fast, ja, mein Fehler 😀

Was sagt die katholische Kirche zum Fasten:

Die katholische Kirche konkretisiert das Fastengebot als Reduktion des Essverhaltens auf eine einmalige Sättigung am Tag, wobei außerhalb der täglich einmaligen und schlichten Mahlzeit kleine Stärkungen zur Erhaltung der Schaffenskraft erlaubt sind. Das Fastengebot richtet sich an erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr bis zu Beginn ihres 60. Lebensjahres; Kinder sollten nicht fasten, Jugendliche unter 18 Jahren nur in eingeschränkter Weise.

Vom Fastengebot ausgenommen sind kranken Menschen, Reisende und Teilnehmende an fremden Tischgesellschaften sowie körperlich schwer Arbeitende. Das vorösterliche Fastenbrechen an den Sonntagen entspricht nicht bloß einer weit verbreiteten Tradition, sondern einem Gebot, das dem feierlichen Charakter der sonntägigen Eucharistie Rechnung trägt.

Naja, das klingt jetzt eh auch nicht so schlimm. 

Also was soll die Fasterei hier? Ich möchte den Fokus auf grüne, frische, fröhliche Mahlzeiten legen, weil ich möchte vom faden Einheitsbrei eine Fastenpause einlegen.  Und eine Fastenpause vom deftigen Winteressen. Und eine Fastenpause von der Kälte und dem überschaubaren Gemüse- und Obstangebot. Also weg mit den Rauna, weg mit den Pastinaken, serwas Kürbis und her mit den bunten, schicken, eleganten Stangen in rosa, weiß und grün.

Und bitte, bitte, bitte Tomaterln, wenn ihr denn so schnell wie möglich wieder sonnengereift und prall und süß und aromatisch werdet.

 

Apropos Rhabarber: Wer im Winter, so wie ich zB, Lust auf Rhabarberkompott bekommt und im Vorjahr nicht fleißig eines eingeglaslt hat, das Spar Bio Rhabarberkompott ist sehr gut.

Back mit, Baklava! oder BAAAguette

Baklava, ohne den Teig vorher zu machen ist keine Hexerei.

Filoteig kaufen, Nüsse, ca. 200g oder mehr, Rosenwasser, Zitrone, Orangenblütenwasser, Zucker, Nelken, Zimt und Butter.

Butter schmelzen, Schaum entfernen, stehenlassen.

Nüsse hacken, mit etwas Nelkenpulver, Zimt, und einem Löffel Zucker vermischen und  1 EL Rosenwasser parfümieren. Zitronenschale schadet sicher auch nicht.

Auf dem Filoteig die Umrisse der Form ausschneiden.

Form buttern. Filoteigscheibe einlegen und mit dem Pinsel Buttern. Das ungefähr 5 Mal machen, dann ca. die Hälfte Nüsse drauf und wieder Teig und Butter.  Oben auch nochmal eine Schicht Nüsse, man sieht es eh, und dann wieder Teig und Butter.

Am Schluß schneiden.

Das Ganze bei 180°C in den Ofen bis es schön goldbraun ist.

In der Zwischenzeit einen Zuckersirup mit einem Spritzer Zitrone und 1 EL Orangenblütenwasser herstellen.

Baklava aus dem Ofen nehmen, mit dem heißen Sirup übergießen.

Tadaaaaa.

Baklava.

(Ahso, und dann eine Nacht stehenlassen, und heiße Baklava brennt recht schiach)

 

Wenn man sich fragt was man mit den Blütenwässern machen kann: Limonaden, Cremen parfümieren, Marshmallows, orientalische Gerichte, ins Bügelwasser, vermutlich auch in selbstgemachte Kosmetik mit Wasseranteil, Lokum, etc. etc. Da wird einem nicht fad. Mit dem Orangenblütenwasser sollte man allerdings etwas aufpassen, das ist dann doch sehr intensiv und kann störend wirken, wenn man es nicht sooo gern mag.

 

Die etwaigen Teigreste bitte aufheben, in so einem Ziplocksackerl oder was auch immer Ihr da immer nehmt. Daraus macht man dann gezupftes Börek. Aber das machen wir heute auch noch nicht.

 

Nun zum Baguette.  Mittlerweile mach ich das eher „frei Schnauze“. Also meistens mit 1/3 Dinkelvollkorn, 2/3 Weizenmehl. Heute mal mit Hartweizengrieß. Brotbacken ist nicht meine Passion, ich backe damit was daheim ist und ich weiß dass kein Dreck drinnen ist.  Das bringt man schnell und einfach zusammen, auch wenn die Kochkenntnisse eher spärlich sind.

Also: Backt mehr, außer Ihr habt einen ordentlichen Bäcker in der Reissen.

 

Bilder kommen irgendwann wieder. Jetzt aber nicht. Man weiß außerdem wie Baklava aussieht.

Fonds – eine gute Wertanlage

Auf Wunsch einer Stammleserin widme ich mich dem äußerst kurzen Kapitel Fonds. Mag sein, dass wir es damals anders gelernt haben, mag sein dass Andere es anders machen, besser, schlechter, whatever. Ich schau in keinem Buch nach und vielleicht mache ich falschen Fonds, für mich reicht es und für meine Bedürfnisse. Genug gequatscht, jetzt wird es kurz ernst. Oder auch nicht.

Ich habe dutzende fade Fonds zu absurden Preisen gekauft und mich immer gefragt – wer braucht so einen Scheiß? Ich nicht. Bis ich einmal Knochen gesehen hab in der Kühlung, mir furchtbar fad war und von Mutters Demiglace war ich noch so beeindruckt dass ich mir die Zeit genommen hab, selber Fonds herzustellen.

Knochen im Backrohr rösten. Ich leg sie auf’s Blech, und geh dann weg und mach was Anderes inzwischen, meistens im Internet herumhängen und definitv keine Blogs lesen, das ödet mich nämlich an.

230°C, oder so, weil mein Ofen ist da nicht so genau. Ob das jetzt eine halbe Stunde oder sogar eine Stunde ist, keine Ahnung. Unter großem Geschrei zupf ich die schön gebräunten Knochen dann einzeln in eine Auflaufform, zur kurzen Lagerung. Bis dahin sollte man auch das Suppengemüse schon suppenmäßig geschält und geschnitten haben. Ich gieße einen Teil des austretenden Fetts in einen Topf und röste dort das Suppengemüse an. Letztesmal hab ich es verbrannt, das sollte man nicht machen, außer man steht auf den verbrannten Geschmack. Ist das Gemüse angeröstet, geb ich noch Tomatenmark dazu, wegen der Farbe und wegen umami.

Mit kaltem Wasser aufgießen, den ganzen Topf voll. Ich nehm immer den größten Topf den ich habe.  Knochen dazu, auf kleiner Flamme mindestens eine Stunde auskochen. In meinem Fonds landet auch noch: Nelken, Pfeffer, Lorbeer, Macisblüte, Wacholder, Piment, also eh wie für Suppe auch.

Geheimtipp – Geheimzutat: Ich werfe ein paar braune Champignons dazu, weil wegen umami. Ich bild mir ein das bringt was!

Während der Stunde Kochzeit entfette ich und entschäume alles.

Nach der Kochzeit gebe ich ein Etamin (Einmalwaschlappen vom DM sind ein adäquater, billiger Ersatz) in ein Sieb und gieße das ganze in einen Topf um, ohne drücken, es soll „möglichst klar“ sein, was es bei mir nur manchmal wird und mir auch relativ egal ist weil ich Fonds als Suppenbasis für gebundene Suppen hernehme oder Saucenbasis für zB Powidlsauce für Braten oder so, da ist es wurscht.

Dann lasse ich das Ganze stehen damit ich das Restfett nach der Wartezeit einfach abschöpfen kann, weil es erkaltet. Danach koche ich das ganze so ein dass es in ein Marmeladenglas passt und auch geliert. Meistens überseh ich das und es karamellisiert im Topf, dann geb ich wieder ein bisserl Wasser dazu.

Man hat am Schluss einen Fleischgummibären im Glas, kann sein dass das nicht so erwünscht ist in der gehobenen Gastronomie, ich finds praktisch und das Schatzi sagt es schmeckt wie Maggi. Haha, danke!

Salz ist übrigens keines drinnen. Es wird so auch würzig genug.

Ich bekomme meistens Kalbsknochen im Geschäft, man kann aber auch zB die Entenkarkasse einer zuvor verspeisten Ente hernehmen, es ist eine ziemliche Restlverwertung.

Geduld in dem Sinn muss man auch keine mitbringen, weil sonst hätte ich das schon überhaupt nicht angefangen.

Ab und zu mal beobachten dass nix verbrennt. Viel Spaß beim Ausprobieren!

So long and thanks for the fish!

Das neue Jahr ist gerade 7 Tage alt und der Fasching steht schon wieder vor der Tür. Und mein Geburtstag.  Das heißt ich werde wieder älter und weiser, oder so ähnlich.

Natürlich gibt es auch Blogpläne, ich möchte meinen Fokus auf Teige richten, aber auch auf Wintersalateklassiker und vorallem auf Dinge die man normal kauft und dann maßlos enttäuscht ist, weil es nimmer so wie früher schmeckt oder schlecht oder sonstwas. Heute gibt’s weißen Heringssalat und im Laufe der Woche noch Börek und Baklava. Börek ist meistens leider eine recht trockene Angelegenheit und Baklava meistens nur süß und bah. Am allerschlimmsten ist der Heringssalat. Also als der Meinl noch auf der Landstraße war, da war der Heringsschmaus eine einzige Freude. Da hat man dann zig Tegerl und  Schüsserl gehabt und jedes einzelne war eine kulinarische Offenbarung. Jetzt ist kein Meinl mehr und die ganzen Supermärkte verkaufen einem W…..’s grausigste Exponate aus der Fischhölle. Na, ernsthaft. Lest mal was da hinten draufsteht, da wird mir nur noch schlecht. Auch die Russen und Gabel- sowie Teufelsroller sind des Satans, mit Süßstoff und bäh.

Die Firma Warhanek ist die einzige Ausnahme, die nehmen Zucker.

Heringssalat ist so easy, das schafft sogar ein Kind! Sogar ein dummes Kind.

1 Apfel,1 Becher Sauerrahm, ein paar Staud’s Gurkerl, 1 Glas Warhanek Gabelroller (aka Rollmops), Pfeffer, fertig.

Die Roller entrollen und insgesamt 2/3 der Zwiebel entnehmen, die entrollten Roller dritteln. Den Apfel in kleine Würferl schneiden, die Gurkerl in kleine Scheiben. Pfeffer und Sauerrahm dazu und alles vergatschen. Fertig. Das Ergebnis ist einfach um Welten besser als der gekaufte Gatsch, bedankt euch später bei mir.

Nächstesmal (also noch vor Fasching) zeig ich euch gefüllte Eier, Kieler Salat und Faschingskrapfen. Das wird ein Spaß. Oder auch nicht.

Pro-Tipp von mir: Man muss nicht bis Aschermittwoch warten mit dem Heringsschmaus, sonst stopft man sich dann voll bis einem schlecht ist weil das ja ein jährliches Superduperereignis ist, man kann auch schonmal vorher ein paar Heringssalate machen.

 

Die Hauptspeise, Boeuf Bourguignon oder: Gutes Fleisch riecht sexy

Da gibt mir heute meine Fleischhauerin, die Hartl Sandra vom Südbahnhofmarkt ein schönes wohlriechendes abgehangenes Gab-Monsterriesenteil von fast 2kg. Ich sag’s euch, wenn man gscheites Fleisch mal in der Hand und in der leider immer noch verschnupften Nase hatte, wundert man sich über das klinische Supermarktzeugs. Und nein, ich bekomme keinen Rabatt, lediglich 24 cent durfte ich mir heute behalten 😀

Das Fleisch hab ich trockengetupft und in große Würfel geschnitten. In einen Topf Weinbrand, Rotwein, 3 kleingeschnittene Schalotten, ein Bouquet garni, Pfefferkörner gegeben und das Fleisch dazu. Das wird bis morgen mariniert. Morgen werden die Würfel wiederrum trockengetupft, dann angebraten und Speck ausgelassen, und in eine Casserolle mit Petersilie, ganzen braunen Champignons, Karotten und ganzen kleinen Schalotten in den Ofen geschoben und wieder mit der Marinade aufgegossen. Der Deckel soll angeblich nicht mehr hochgehoben werden, aber das ist sicher nur ein Mythos und ich hab keinen Nerv für sowas. Ich glaub Rosmarin, Piment, Macis, etc. wird sich auch hineinverirren, ich entscheide das beim Deckelhochheben und rausjausnen.

Die Beilage mach ich ebenfalls morgen schon, Polentaschnitten. Dazu einen Polenta anrühren mit viel Butter und Grana und das ganze erkalten lassen. Schneiden und braten/grillieren, whatever, das kommt erst am 24. 12. da mach ich mir noch keine Gedanken. Auch bei Polenta gilt wieder einmal: Safety first! Der blubbert wie Lava und spuckt wie ein Teufel, die Polentaverbrennungen sind höllisch!

Dann gibts noch Kohlsprossen gekocht und Schwarzwurzeln, gekocht, da sollte man nur beim schälen der Schwarzwurzeln Handschuhe anziehen, sonst schaut man nimmer feierlich aus.

 

Tadaaa. Fehlt nur noch die Nachspeise. Die ist bescheiden. Wegen Krankheit gibt es Weichselsorbet. Ja. Mehr schaff ich nimmer.

 

Wer das Menü nachkochen möchte und Fragen oder Anregungen hat (also Anregungen brauch ich eigentlich nimmer, weil ich keine Zeit mehr hab und keine Energie), der melde sich bitte.

Wir müssten jetzt alles fertighaben und brauchen am 24.12. nur mehr aufwärmen und anrichten und ein bisserl Gemüse und Salaterl und so. Also echt kein Stress. Wie versprochen. Und die Zutaten bekommt man alle, da ist nix Exotisches dabei.

Und falls es Niemandem aufgefallen sein sollte: Das Alles ist komplett Glutenfrei, yeeha!

 

Keine Panik, es geht sich alles noch aus! Die Maronicremesuppe!

Die Krankheit hat mich dahingerafft und ich war computerlos, ja, auch ich steh massiv unter Zeitdruck, deswegen „quatsch ich hier keine Opern“ sondern leg gleich los.

Suppengemüse, Tomatenmark, Kalbsknochen – daraus machen wir einen Fonds. Ist im Prinzip simpel, man gibt die Knochen in eine Auflaufform/auf ein Blech und röstet das Ganze. Das dauert. Dann schneidet man das Suppengemüse wie für Suppe und röstet es an in einem Topf, ich hab gleich das Fett von den Knochen verwendet.

Tomatenmark dazu und Knochen und mit Wasser aufgießen. Stundenlang leise köcheln lassen, Schaum abschöpfen, entfetten, Gemüse und Knochen rausgeben und einreduzieren. Wird ein Gelee. Das Gemüse nicht auspressen oder drücken versuchen! Etamin in einem Sieb ist hier hilfreich.

Ich hab natürlich auch Zwiebel, Pfeffer, etc. hineingegeben, aber ich glaub sowas braucht man nicht erwähnen. Meine Fleischhauerin, die Sandra, die hat mir heute gesagt es gäbe unterschiedliche Karotten, mein Fonds ist nämlich etwas süß geraten, aber wurscht, passt eh zu Maroni.

Zwiebel oder Schalotten anschwitzen, Maroni dazu, Fondsgelee dazu, welches augenblicklich wieder flüßig wird – MAGIC! – und dann aufgießen. Das salzen, würzen, beobersen kommt erst später, weil wir pürieren das Ganze sobald die Zwiebeln soweit sind und frieren es ein, damit wir am 24. 12. keinen Streß und Zwiebelgeruch mehr haben. Es soll ja wohlriechend sein, mhm.

Angerichtet wird mit einem Prosciutto-Chip und frittiertem Salbei und – tadaaa – am Einweggrill am Balkon zubereitetn frischen Maroni.

Weiter geht’s mit dem Boeuf Bourguignon, bzw. meiner Variante davon.

(Im nächsten Beitrag, aber zacki,pracki)

Weihnachtsmenü, der Stahllachs – eine Vorspeise

Lachs in Sushiqualität einkaufen (lieferfrisch, einfach FischverkäuferIn fragen, ich empfehle übrigens immer dazuzusagen „für Sushi“, dann bekommt man nur Frischware oder eben gar nix, kann auch sein) gleiche Teile Zucker und Salz – ich habe 3 Hände genommen, Senfkörner und gehackten frischen Dill und Pfeffer und Wacholder, Zesten, und Korianderkugerl.

Ich hab auf Wacholder und Koriander vergessen, my bad.

Den Lachs mit der Mischung einreiben und am Schluss den Dill draufgeben und die Zesten.

In Folie fest einwickeln, auf einen Teller geben, einen anderen draufstellen, darauf ein Gewicht und ich hab’s mangels Platz auf die Terrasse gestellt – ist eh kalt draußen!

Jeden Tag den Lachs auswickeln,  das Wasser abgießen, neu einpapierln – in die Folie, nicht in ein Papier!

Nach 48h – 72h ist er fertiggebeizt. Die Gewürze weggeben, trockentupfen, schneiden. Ich mag gern dazu: Senfsaucen, Wasabi, Kren. winterliche Salate. Easy  und das Beste:

Kirchenweb.at sagt dass er 7 Tage haltbar ist im Kühlschrank und man ihn auch einfrieren kann.

Perfekt! Also am 24.12.2014 nur mehr aus dem Kühlschrank oder TK nehmen.

Ich will euch ja viel Arbeit ersparen, Weihnachten soll ja nicht in Stress ausarten! Warum dann nicht einfach Graved Lachs kaufen? Weil der selbergemachte ein super Erfolgserlebnis auch für NichtköchInnen ist und extrem fein ist, besser als der vakuumierte Schas.

Weiter geht’s nächstes Mal mit einer Maronivelouté mit Prosciuttochip und frittiertem Salbei und Rauchzeug. Also nicht das lustige sondern hoffentlich das spektakuläre. Sofern ich Clochen auftreibe.

Und Fotos reich ich nach, der Verkostelachs ist morgen fertig!

 

Der Ofen ist aus. Fuckarons!

Ich habe heute, zum LETZTEN MAL, ich schwöre, Macarons gebacken. Ich komme zu dem Schluß dass mein Ofen eine Katastrophe ist und ich einfach keine Kitchenaid besitze.

Das ist der Fehler. Weil an mir kann es einfach nicht mehr liegen. Nach Rezepten von Ladurée, Aurelie Bastien, Hermé und gefühlten 1000 anderen; nach austesten italienischer und französischer Methode, nach Eiklarexperimenten, nach unzähligen Tränen der Wut komme ich zu dem Entschluß nie auch nur ansatzweise mehr Macarons zu backen. Es reicht!

Die Seite kann ich dennoch empfehlen: http://bravetart.com/recipes/Macarons

und in der Folge auch diese: http://www.eatlivetravelwrite.com/2011/04/how-to-make-macarons-whats-working-for-me-right-now/

Bilder gibts jetzt keine von den Unglücksraben-Trottelmacarons,  ich bin noch zu grantig.

Quak, quak, Martini-Tag

Gut,  heute ist Faschingsbeginn und Martini etc. etc. etc. und jetzt bekommt ihr keine Ente mehr im Geschäft, weil es schon halb 11 ist, aber Weihnachten eilt mit Riesenschritten auf uns zu, da kann man sich ans Geflügel machen, und ich verspreche euch, es ist das chilligste, gemütlichste Essen was man machen kann und Weihnachten könnt Ihr euren evtl. Vortags-Kater kraulen und herumlungern.

Was man alles braucht für 2 extrem verfressene Personen – so dass auch noch was überbleibt zum stehend am nächsten Tag aus dem Reindl jausnen:

1 Ente, meine war eine Cherry Valley vom Pfeiffer, Freiland

1 Happl Rotkraut

1 Baguette

Ein Netz Orangen

5 Boskop oder Reinetten

1 Buschen Petersil, Rosinen, Beifuß, Pfeffer, Salz, Muskat, Zwiebeln, Lorbeer, Sternanis, Zimt

Eier, Milch, Butter, Zucker

Rotwein, Brühe, Balsamico, Speck (bei mir nur eine Scheibe)

Maroni, gekocht

Das Fingernudelzubehör lass ich hier aus, die Patzerei will ich euch nicht antun, es soll ja stressfrei sein

 

Am Vortag entnehmen wir der Ente aus dem Bauchraum Fett und geben es in einen Topf – auslassen! Die entstehenden Restl sind Entengrammeln, die schmecken fantastisch!

Den würfelig geschnittenen Speck und die Zwiebel in das Entenfett geben, andünsten. Das bereits gehachelte Rotkraut dazugeben und kräftig umrühren, abschmalzen, bis jedes Blatt glänzt. Mit Rotwein ablöschen, Essig dazu und nach Belieben Lorbeer, Sternanis, Zimt dazugeben, aber nicht zuviel sonst hat man Glühwein. Etwas Zucker.

Das ganze bißfest köcheln lassen, Orangensaft und ein geriebener Apfel dazu; salzen, pfeffern, stehenlassen.

 

Der Ententag – in der Früh:

Der Ente die Innereien aus dem Bauch nehmen, waschen, trockentupfen, mit Salz, Pfeffer, Beifuß einreiben, innen und außen.

In einen Bräter 1 Fingerbreit Wasser einfüllen, entkernte geachtelte Äpfel, geschnittene Zwiebel, 1 Orange auch geachtelt und Rosinen geben und die Ente mit der Rückseite nach oben hineinplatzieren. Der Rücken ist der härtere Teil! Ofen auf 225°C schalten, eine halbe Stunde drinlassen. Danach auf 100 °C schalten, chillen, denn das Tier bleibt jetzt bis zu 7h drin.

Derweil kann man Serviettenknödel machen, diesen bitte mit Petersil und ordentlich Muskat, sonst ist er fad.

Stehen die Gäste vor der Tür kann man das Rotkraut fertigkochen, den Knödel ins Wasser geben, die Gäste begrüßen, evtl. schonmal etwas trinken etc. Die Ente wird nun umgedreht und eine halbe Stunde auf der Brustseite bei 200°C gebraten, damit die Haut schön knusprig wird. Der Saft samt Äpfeln und Orangen (nicht die Schale) durch ein Sieb passieren – abschmecken – fertig ist die Sauce!

Zu guter Letzt karamellisiert man etwas Zucker in einer Pfanne, gibt kalte Butterstückchen dazu, mixt diese hinein, schwenkt darin die Maroni und gießt das ganze mit der Brühe auf. Einreduzieren lassen, fertig.

Klingt easy? Ist es auch!

Guten Appetit.

 

P.S.: Das Ganze geht auch 1:1 mit einem Gansl.

P.P.S: Vorsicht beim umdrehen der Ente, sie ist butterzart und zerfällt leicht, und obacht beim Hantieren mit dem Karamell (NICHT KOSTEN!!!) oder beim Passieren der heißen Äpfel. Sonst rennt man schreiend durch die Küche.