Grün, grün, grün sind alle meine Kleider

Nein, die sind natürlich nicht grün, obwohl ein grünes Kleid schon was hätte. Fastenzeit it is, und ich bin da natürlich auch mit meinem Blog jetzt dabei. Nach einer einminütigen Recherche im Internet bin ich auch voll informiert über das Fasten. Gut, der Start wäre eigentlich schon gewesen und ich denke Bier ist zB auch DAS Fastengetränk schlechthin. Fasten bedeutete bisher für mich, einen grünen Smoothie Algen Weizengrasmix in ein Glas zu schütten und Wasser draufzukippen. Naja, es schmeckt halt als würde man ein Boot ablecken, aber die Farbe ist schön. Frühlingsfarben sind allgemein schön und gestern habe ich den ersten Rhabarber entdeckt. Wenn der dann auch etwas mehr in Aktion ist und ich geeignete Flaschen habe, dann werde ich Sirup herstellen, Likör und Gelee. Geleezuckerl wären auch gut, eigentlich, mhm. Sehr fastend klingt das jetzt nicht, aber wer will das schon. Ich verwechsle in Anbetracht der Kräuter-, Gemüse-, Obst- und Blumenfülle wohl Feast und Fast, ja, mein Fehler 😀

Was sagt die katholische Kirche zum Fasten:

Die katholische Kirche konkretisiert das Fastengebot als Reduktion des Essverhaltens auf eine einmalige Sättigung am Tag, wobei außerhalb der täglich einmaligen und schlichten Mahlzeit kleine Stärkungen zur Erhaltung der Schaffenskraft erlaubt sind. Das Fastengebot richtet sich an erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr bis zu Beginn ihres 60. Lebensjahres; Kinder sollten nicht fasten, Jugendliche unter 18 Jahren nur in eingeschränkter Weise.

Vom Fastengebot ausgenommen sind kranken Menschen, Reisende und Teilnehmende an fremden Tischgesellschaften sowie körperlich schwer Arbeitende. Das vorösterliche Fastenbrechen an den Sonntagen entspricht nicht bloß einer weit verbreiteten Tradition, sondern einem Gebot, das dem feierlichen Charakter der sonntägigen Eucharistie Rechnung trägt.

Naja, das klingt jetzt eh auch nicht so schlimm. 

Also was soll die Fasterei hier? Ich möchte den Fokus auf grüne, frische, fröhliche Mahlzeiten legen, weil ich möchte vom faden Einheitsbrei eine Fastenpause einlegen.  Und eine Fastenpause vom deftigen Winteressen. Und eine Fastenpause von der Kälte und dem überschaubaren Gemüse- und Obstangebot. Also weg mit den Rauna, weg mit den Pastinaken, serwas Kürbis und her mit den bunten, schicken, eleganten Stangen in rosa, weiß und grün.

Und bitte, bitte, bitte Tomaterln, wenn ihr denn so schnell wie möglich wieder sonnengereift und prall und süß und aromatisch werdet.

 

Apropos Rhabarber: Wer im Winter, so wie ich zB, Lust auf Rhabarberkompott bekommt und im Vorjahr nicht fleißig eines eingeglaslt hat, das Spar Bio Rhabarberkompott ist sehr gut.

Back mit, Baklava! oder BAAAguette

Baklava, ohne den Teig vorher zu machen ist keine Hexerei.

Filoteig kaufen, Nüsse, ca. 200g oder mehr, Rosenwasser, Zitrone, Orangenblütenwasser, Zucker, Nelken, Zimt und Butter.

Butter schmelzen, Schaum entfernen, stehenlassen.

Nüsse hacken, mit etwas Nelkenpulver, Zimt, und einem Löffel Zucker vermischen und  1 EL Rosenwasser parfümieren. Zitronenschale schadet sicher auch nicht.

Auf dem Filoteig die Umrisse der Form ausschneiden.

Form buttern. Filoteigscheibe einlegen und mit dem Pinsel Buttern. Das ungefähr 5 Mal machen, dann ca. die Hälfte Nüsse drauf und wieder Teig und Butter.  Oben auch nochmal eine Schicht Nüsse, man sieht es eh, und dann wieder Teig und Butter.

Am Schluß schneiden.

Das Ganze bei 180°C in den Ofen bis es schön goldbraun ist.

In der Zwischenzeit einen Zuckersirup mit einem Spritzer Zitrone und 1 EL Orangenblütenwasser herstellen.

Baklava aus dem Ofen nehmen, mit dem heißen Sirup übergießen.

Tadaaaaa.

Baklava.

(Ahso, und dann eine Nacht stehenlassen, und heiße Baklava brennt recht schiach)

 

Wenn man sich fragt was man mit den Blütenwässern machen kann: Limonaden, Cremen parfümieren, Marshmallows, orientalische Gerichte, ins Bügelwasser, vermutlich auch in selbstgemachte Kosmetik mit Wasseranteil, Lokum, etc. etc. Da wird einem nicht fad. Mit dem Orangenblütenwasser sollte man allerdings etwas aufpassen, das ist dann doch sehr intensiv und kann störend wirken, wenn man es nicht sooo gern mag.

 

Die etwaigen Teigreste bitte aufheben, in so einem Ziplocksackerl oder was auch immer Ihr da immer nehmt. Daraus macht man dann gezupftes Börek. Aber das machen wir heute auch noch nicht.

 

Nun zum Baguette.  Mittlerweile mach ich das eher „frei Schnauze“. Also meistens mit 1/3 Dinkelvollkorn, 2/3 Weizenmehl. Heute mal mit Hartweizengrieß. Brotbacken ist nicht meine Passion, ich backe damit was daheim ist und ich weiß dass kein Dreck drinnen ist.  Das bringt man schnell und einfach zusammen, auch wenn die Kochkenntnisse eher spärlich sind.

Also: Backt mehr, außer Ihr habt einen ordentlichen Bäcker in der Reissen.

 

Bilder kommen irgendwann wieder. Jetzt aber nicht. Man weiß außerdem wie Baklava aussieht.

Fonds – eine gute Wertanlage

Auf Wunsch einer Stammleserin widme ich mich dem äußerst kurzen Kapitel Fonds. Mag sein, dass wir es damals anders gelernt haben, mag sein dass Andere es anders machen, besser, schlechter, whatever. Ich schau in keinem Buch nach und vielleicht mache ich falschen Fonds, für mich reicht es und für meine Bedürfnisse. Genug gequatscht, jetzt wird es kurz ernst. Oder auch nicht.

Ich habe dutzende fade Fonds zu absurden Preisen gekauft und mich immer gefragt – wer braucht so einen Scheiß? Ich nicht. Bis ich einmal Knochen gesehen hab in der Kühlung, mir furchtbar fad war und von Mutters Demiglace war ich noch so beeindruckt dass ich mir die Zeit genommen hab, selber Fonds herzustellen.

Knochen im Backrohr rösten. Ich leg sie auf’s Blech, und geh dann weg und mach was Anderes inzwischen, meistens im Internet herumhängen und definitv keine Blogs lesen, das ödet mich nämlich an.

230°C, oder so, weil mein Ofen ist da nicht so genau. Ob das jetzt eine halbe Stunde oder sogar eine Stunde ist, keine Ahnung. Unter großem Geschrei zupf ich die schön gebräunten Knochen dann einzeln in eine Auflaufform, zur kurzen Lagerung. Bis dahin sollte man auch das Suppengemüse schon suppenmäßig geschält und geschnitten haben. Ich gieße einen Teil des austretenden Fetts in einen Topf und röste dort das Suppengemüse an. Letztesmal hab ich es verbrannt, das sollte man nicht machen, außer man steht auf den verbrannten Geschmack. Ist das Gemüse angeröstet, geb ich noch Tomatenmark dazu, wegen der Farbe und wegen umami.

Mit kaltem Wasser aufgießen, den ganzen Topf voll. Ich nehm immer den größten Topf den ich habe.  Knochen dazu, auf kleiner Flamme mindestens eine Stunde auskochen. In meinem Fonds landet auch noch: Nelken, Pfeffer, Lorbeer, Macisblüte, Wacholder, Piment, also eh wie für Suppe auch.

Geheimtipp – Geheimzutat: Ich werfe ein paar braune Champignons dazu, weil wegen umami. Ich bild mir ein das bringt was!

Während der Stunde Kochzeit entfette ich und entschäume alles.

Nach der Kochzeit gebe ich ein Etamin (Einmalwaschlappen vom DM sind ein adäquater, billiger Ersatz) in ein Sieb und gieße das ganze in einen Topf um, ohne drücken, es soll „möglichst klar“ sein, was es bei mir nur manchmal wird und mir auch relativ egal ist weil ich Fonds als Suppenbasis für gebundene Suppen hernehme oder Saucenbasis für zB Powidlsauce für Braten oder so, da ist es wurscht.

Dann lasse ich das Ganze stehen damit ich das Restfett nach der Wartezeit einfach abschöpfen kann, weil es erkaltet. Danach koche ich das ganze so ein dass es in ein Marmeladenglas passt und auch geliert. Meistens überseh ich das und es karamellisiert im Topf, dann geb ich wieder ein bisserl Wasser dazu.

Man hat am Schluss einen Fleischgummibären im Glas, kann sein dass das nicht so erwünscht ist in der gehobenen Gastronomie, ich finds praktisch und das Schatzi sagt es schmeckt wie Maggi. Haha, danke!

Salz ist übrigens keines drinnen. Es wird so auch würzig genug.

Ich bekomme meistens Kalbsknochen im Geschäft, man kann aber auch zB die Entenkarkasse einer zuvor verspeisten Ente hernehmen, es ist eine ziemliche Restlverwertung.

Geduld in dem Sinn muss man auch keine mitbringen, weil sonst hätte ich das schon überhaupt nicht angefangen.

Ab und zu mal beobachten dass nix verbrennt. Viel Spaß beim Ausprobieren!